Satellit oder Kabel – der Vergleich

In der Frage Satellit oder Kabel scheiden sich die Geister: Während die einen der Meinung sind, dass der Satempfang der günstigste TV-Übertragungsweg ist, meinen andere, die Rückkanalfähigkeit des Breitbandkabels, z. B. zum Übertragen von Internet, überzeugt.

Empfangswege

Satellit oder Kabel

Technische Bezeichnungen

DVB-T/T2

Die Abkürzung „DVB-T“ steht im Engslischen für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“ und bedeutet „Digitales, terrestrisches Fernsehen“. Bezeichnet wird dabei eine Variante von DVB, die für die Funkübertragung von digitalen Hörfunk- und Fernsehsignalen über terrestrische Wege verwendet wird. DVB-T wurde 1997 von dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) im Standard EN 300 744 festgelegt. DVB-T2 kommt für die Signalübertragung mit weniger Bandbreite aus. DVB-T und DVB-T2 (optional in HD-Auflösung) sind die definierten Standards für Antennenfernsehen in Deutschland. In Deutschland wurde DVB-T von DVB-T2 abgelöst, so dass nur noch Programme in DVB-T2 empfangen werden können.

DVB-T2 bezeichnet im Englischen „Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd generation“  und meint übersetzt „Digitale Videoübertragung – erdgebundenes Antennenfernsehen, zweite Generation“). Dabei ist der Nachfolgestandard von DVB-T gemeint. DVB-T2 zeichnet sich gegenüber seinem Vorgänger durch eine höhere spektrale Effizienz aus. Diese ermöglicht, eine höhere Zahl von Programmen zu übertragen, die auch noch eine höhere technische Qualität haben. DVB-T2 ist zu DVB-T nicht kompatibel. Im Rahmen von DVB-T2 können verschiedene Videokompressionsverfahren eingesetzt werden wie z. B. MPEG-4 AVC (H.264) oder High Efficiency Video Coding (H.265). Das eingesetzte Videokompressionsverfahren (Videocodec) ist zwar für den konkreten Fernsehempfang und Bilddarstellung wesentlich, ist aber kein Teil des DVB-T2-Standards. Der Standard definiert nur die physikalische Schicht der Übertragung.

Am 31. Mai 2016 begann die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 mit der Ausstrahlung einiger Sender in verschiedenen Ballungsgebieten. Am 29. März 2017 wurde DVB-T in vielen deutschen Ballungsräumen abgeschaltet und die Programme fortan in DVB-T2 ausgestrahlt. Die Umstellung auf DVB-T2 erfolgte nach und nach, in mehreren Phasen und wurde am 22. Mai 2019 größtenteils abgeschlossen. Der Empfangsweg wird von ARD und ZDF sowie vom Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland mit dem Slogan „Kleine Antenne. Großes Fernsehen.“ beworben. Über DVB-T2 HD ist keiner der großen Privatsender unverschlüsselt zu empfangen. Sämtliche privaten Programme außer einige Regionalprogramme, Bibel TV, QVC, HSE24, 1-2-3.tv und freenet Shopping werden verschlüsselt ausgestrahlt.

DVB-S/S2

DVB-S (Abkürzung für englisch „Digital Video Broadcasting – Satellite“; deutsch „Digitales Satellitenfernsehen“) und der Nachfolgestandard DVB-S2 sind Bezeichnungen für die Ausstrahlung von DVB-Signalen per Rundfunksatellit. Die Ausstrahlung von DVB per Satellit (beispielsweise Astra, Eutelsat) ist die meistgenutzte DVB-Variante. Hier werden dank der großen Datenübertragungsrate die meisten Fernseh- und Hörfunkprogramme sowie Zusatzdienste übertragen (beispielsweise ARD und ZDF seit August 1997). In Deutschland hat vor allem die Position Astra 19,2° Ost für den Direktempfang Bedeutung. Die Satelliten auf 19,2° Ost richten sich an Kontinentaleuropa mit einem sehr hohen Anteil deutscher Sender sowie einigen Sendern in anderen europäischen Sprachen wie Französisch, Spanisch, Italienisch, Englisch und Polnisch.

DVB-C/C2

DVB-C (Abkürzung für englisch „Digital Video Broadcasting – Cable“; deutsch etwa „Digitales Kabelfernsehen“) und der Nachfolgestandard DVB-C2 bezeichnen Varianten von DVB, die für die Übertragung von digitalen Hörfunk- und Fernsehsignalen über Kabelanschluss verwendet werden. DVB-C wurde ab 1994 entwickelt und 1998 von dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) im Standard EN 300 429 festgelegt. Mit DVB-C2 wurde 2010 ein Nachfolger von der ETSI unter der Bezeichnung EN 302 769 vorgestellt, der technologisch aufwändiger umzusetzen ist, dafür eine höhere spektrale Effizienz bietet. DVB-C findet in Europa, weiten Teilen von Asien sowie in Afrika, Australien und Südamerika Anwendung. In Gebieten wie Nordamerika werden andere und zu DVB-C inkompatible Verfahren wie ATSC und in Japan ISDB eingesetzt.

Bekannte Kabelnetzbetreiber in Deutschland:

Satellit oder Kabel im Vergleich

SatellitKabel
Kosten
Anschaffungskostenca. 300,00 Eurokeine
monatl. Kosten5,75 € für HD+29,99 € für GigaTV Cable mit TV-Connect
TV-Angebot
Free-To-Air330 (Astra 19.2° Ost)200 (Vodafone)
Pay-TV190 (Sky + HD+)100 (Vodafone)
Vorteilegeringere lfd. KostenInternet mit Gigabit-Geschwindigkeiten
Nachteilewetteranfälligergeringe Anzahl an TV-Programmen

1 Response

  1. Susi sagt:

    Danke für den ausführlichen Artikel. Ich denke hier wird alles wichtige gut aufgeklärt.

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